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Beweis 6 – Position des GBC durch „Die Letzte Anweisung“ widerlegt

Alle bisher präsentierten Beweise und Belege stammen aus einem Buch mit dem Titel Die Letzte Anweisung (siehe Rückseite des Magazins). Dieses Buch wurde praktisch im Auftrag des GBC verfasst, als dieser Krishnakant, den Redakteur des BTP, darum bat eine Stellungnahme hinsichtlich der Guru-Thematik zu verfassen. Die Position des GBC wurde zu der damaligen Zeit zusammenfassend in dem Dokument In Meinem Auftrag – Richtig Verstanden  wiedergegeben:

„Der GBC ist mit dem Positionspapier „In Meinem Auftrag – Richtig Verstanden“ einverstanden, das die letzte siddhanta hinsichtlich Srila Prabhupadas Wunsch für die Weiterführung der Schülernachfolge nach dem Verscheiden von His Divine Grace bildet, und akzeptiert es als gültiges Gesetz für die ISKCON.“

Die Letzte Anweisung (The Final Order – TFO), das maßgebliche Positionspapier der IRM, das Srila Prabhupadas Position als diksa-Guru der ISKCON dokumentiert, wurde daher insbesondere von Krishnakant als Antwort auf dieses Positionspapier der GBC - vom GBC selbst als offizielle „letzte siddhanta“ zu der Guru-Thematik bezeichnet - verfasst. TFO legte ausführlich dar, dass die Argumente und Schlussfolgerungen dieses Positionspapier nicht richtig waren. Der GBC stimmte dem letztendlich zu, da er das Dokument inzwischen zurückgezogen hat und zugeben musste, dass es Unwahrheiten enthielt:

409. Die Schülernachfolge weiterführen (Erklärung) Sachlage:

Das Positionspapier „In Meinem Auftrag – Richtig Verstanden“  enthält Vermutungen und Behauptungen die in vielen Fällen nicht mit den vorliegenden Aussagen von Srila Prabhupada belegt werden können. Die GBC erstrebt eine präzisere Erklärung zu verfassen.

Beschluss:

In Meinem Auftrag – Richtig Verstanden“ wird durch folgende Erklärung als GBC-Richtlinie ersetzt (…)
(GBC Resolution 409, 2004)

Als Sivarama und Jayadvaita Swami, die an der gerade erwähnten Resolution beteiligt waren, Gründe für die Zurücknahme des offiziellen Positionspapiers vorlegten, gaben diese sogar an, dass die „letzte siddhanta“  in Form eben dieses Positionspapiers „Lügen“ beinhaltete, „die Wahrheit verfälschte und unlogisch erschien“.

Die GBC-Resolution erklärt weiter:

„Der GBC erkennt folgende Schlussfolgerung in Bezug auf die Weiterführung der Schülernachfolge offiziell an:
Srila Prabhupada hat immer wieder betont, dass seine Schüler einmal selbst spirituelle Meister werden würden.
Guru, sadhu und sastra bestätigen diesen üblichen Weg die Schülernachfolge fortzuführen. Srila Prabhupada sagte, dass seine Schüler „reguläre Gurus“ werden würden und dass ihre Schüler daher „Schüler seiner Schüler“ wären. Gemäß unserer Vaisnava-Tradition und den Aussagen Srila Prabhupadas, folgert der GBC deshalb, dass Srila Prabhupada beabsichtigt hat, dass seine Schüler nach seinem Verscheiden zu „regulären Gurus“ werden.“
(GBC Resolution 409, 2004)

Der GBC gibt hier zwar zu, dass das Dokument im Grunde frei erfunden ist, ersetzt es jedoch nicht durch ein neues Positionspapier, sondern lediglich durch eine erneute Erklärung derselben Schlussfolgerungen - nämlich „wir möchten Gurus sein“ - die auch in dem Dokument enthalten waren, das hier ersetzt werden soll. Diesmal versucht der GBC jedoch nicht einmal unterstützende Belege zu liefern. Die Resolution besagt, dass die Schlussfolgerungen des GBC auf der Basis der „Aussagen Srila Prabhupadas“ erfolgten. Um welche Aussagen es sich hier handeln soll, verrät der GBC jedoch nicht. Dies war nicht anders zu erwarten, wenn man bedenkt, dass der letzte Versuch des GBC seine Schlussfolgerungen zu begründen dazu geführt hat, „Vermutungen und Behauptungen“ aufzustellen „die in vielen Fällen nicht mit den vorliegenden Aussagen von Srila Prabhupada belegt werden können“. Aus diesem Grund hat der GBC die lästige Aufgabe Argumente oder Belege für seine Schlussfolgerungen vorzulegen einfach ignoriert. Stattdessen traf er einfach direkt die Schlussfolgerung zu der er ohnehin kommen wollte:

„Srila Prabhupada hat uns zu Gurus ernannt.“

Der GBC spielt in der Resolution auf einen Satz Srila Prabhupadas an, den dieser auf einer Tonbandaufnahme macht. In diesem Satz verwendet Srila Prabhupada den Ausdruck „reguläre Gurus“ zum einzigen Mal. Die Behauptung des GBC wird von diesem Satz jedoch in keiner Weise bestätigt.
Am 28. Mai 1977 erklärt Srila Prabhupada:

„Wenn ich jemanden dazu anweise Guru zu werden, wird er zu einem regulären Guru. Das ist alles. Er wird zum Schüler meines Schülers.“

Hier erklärt Srila Prabhupada unmissverständlich, dass jemand nur zum Guru wird, wenn er eine Anordnung in dieser Hinsicht erteilt - „Wenn ich jemanden dazu anweise Guru zu werden, wird er zu einem regulären Guru“. Es wirkt, als räume der GBC ein, dass solch eine Beauftragung nie stattgefunden hat, da er folgende Darstellung erfinden musste:

„Srila Prabhupada sagte, dass seine Schüler „reguläre Gurus“ werden würden und dass ihre Schüler daher „Schüler seiner Schüler“ wären.“

Bitte beachten Sie den immensen Unterschied zwischen dem was Srila Prabhupada sagt und der Darstellung des GBC. Srila Prabhupada sagt nicht, „dass seine Schüler „reguläre Gurus“ werden würden“. Er sagt, dass nur wenn er sie dazu anweist Guru zu werden, werden sie auch tatsächlich Guru. Er sagt nicht, dass sie Guru werden würden. Welch Ironie, dass die Autoren der GBC-Resolution die Dreistigkeit besitzen zu sagen, dass das Positionspapier, das durch die Resolution ersetzt werden soll, „Vermutungen und Behauptungen“ enthält, „die in vielen Fällen nicht mit den vorliegenden Aussagen von Srila Prabhupada belegt werden können.“ Wie wir sehen ist ihr neuester Versuch nicht besser.
Durch das Zurückziehen des Positionspapiers, der „letzen siddhanta“, hat der GBC somit eigentlich ausgedrückt:

„Unsere bisherigen Argumente waren falsch. Wir liefern zwar keine neuen Argumente, aber wir möchten immer noch zum selben Ergebenis gelangen – es ist richtig, dass wir Srila Prabhupada mit unserem Guru-System ersetzen.“

Dem Programm des GBC geht es also darum, um „jeden Preis“ Guru zu sein. Dies taten seine Mitglieder zunächst durch den 1. Teil des Guru-Betrugs – Das „Zonen-acharya“ System. Als dieses System scheiterte, versuchten sie es mit dem 2. Teil des Guru-Betrugs – das System nach dem „jedermann“ Guru werden kann, das mit dem inzwischen verworfenen Positionspapier In Meinem Auftrag –Richtig Verstanden begründet wurde. Dieser ständige Wechsel von Positionspapieren um das „Guru-Geschäft“ am Laufen zu halten wurde von Srila Prabhupada auf das Schärfste kritisiert:

„Diese Schurken werden jedes Jahr ihre Theologie ändern.“
(Srila Prabhupada, Morgenspaziergang, 21.12.73)

Demnach hat der GBC zwar zugegeben, dass seine offizielle Position in Bezug auf sein Guru-System falsch war und hat diese auch zurückgezogen. Sie wurde allerdings nicht durch ein anderes Dokument ersetzt, welches eindeutig darlegt wie, wann und wer autorisiert wurde Srila Prabhupada zu ersetzen.

Stattdessen wird uns nur ein Rückschluss präsentiert – dass Srila Prabhupada Gurus ernannt hat. Das ist  jedoch kein Beweis. Somit verfügt der GBC zum jetzigen Zeitpunkt über kein Positionspapier, das die Argumente des Buches TFO widerlegt. Aus diesem Grund, bleiben die Schlussfolgerungen der „Letzten Anweisung“ abermals unangefochten.